Rammstein-Ermittlungen: Shelby Lynn legt Beschwerde ein

Kommt es in Litauen doch noch zu Ermittlungen gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann? Shelby Lynn hat Beschwerde gegen die Entscheidung der Polizei in Vilnius eingelegt. Zuvor war bekannt geworden, dass die Behörden kein Verfahren einleiten.

Rammstein-Ermittlungen: Shelby Lynn legt Beschwerde ein
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Rammstein-Ermittlungen: Shelby Lynn legt Beschwerde ein

Shelby Lynn (24), die als erste Frau schwere Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann (60) erhoben hat, legt Beschwerde gegen die litauische Polizei ein. Das berichtet die "Welt".

"Ich bin völlig irritiert von dem Vorgehen der litauischen Polizei"

Zuvor war bekannt geworden, dass die Polizei in Vilnius kein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den Frontmann und etwaige weitere Verdächtige einleiten wird. Dieser Beschluss muss allerdings noch von der Staatsanwaltschaft bestätigt werden. Gegenüber der "Welt" teilte die Behörde in Vilnius mit, bislang noch keine finale Entscheidung getroffen zu haben. Shelby Lynn habe nun aber Beschwerde gegen die Entscheidung der Polizei eingereicht: "Ich habe gestern schriftlich Widerspruch eingelegt." Sie habe zudem um Akteneinsicht gebeten. "Ich bin völlig irritiert von dem Vorgehen der litauischen Polizei", berichtet Lynn weiter.

Shelby Lynn brachte den Skandal ins Rollen

Die Nordirin hatte nach ihrem Besuch des Rammstein-Konzerts am 22. Mai in der litauischen Hauptstadt erste Vorwürfe erhoben. Via Social Media wurden wenig später weitere Schilderungen von Rammstein-Konzerten veröffentlicht, die sich mit den Darstellungen von Lynn decken. Junge Frauen seien während Konzerten "gezielt" ausgewählt und zu Aftershowpartys eingeladen worden. Dabei soll es auch zu sexuellen Handlungen gekommen sein. Recherchen des NDR und der "Süddeutschen Zeitung" untermauerten dies. Lindemann weist die Vorwürfe zurück, sein Anwalt nannte sie "ausnahmslos unwahr".

Die Band äußerte sich indes in einem Statement, in dem unter anderem steht: "Durch die Veröffentlichungen der letzten Tage sind in der Öffentlichkeit und vor allem bei unseren Fans, Irritationen und Fragen entstanden. Die Vorwürfe haben uns alle sehr getroffen und wir nehmen sie außerordentlich ernst." Die sechs Musiker wünschen keine "öffentlichen Vorverurteilungen" - in beide Richtungen. "Wir verurteilen jede Art von Übergriffigkeit und bitten euch: Beteiligt euch nicht an öffentlichen Vorverurteilungen jeglicher Art denen gegenüber, die Anschuldigungen erhoben haben. Sie haben ein Recht auf ihre Sicht der Dinge", heißt es im Post.

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