Katharina Wackernagel ZDF-Star spricht über Liebe zu jüngeren Männern © /katharina.wackernagel/
Veröffentlicht am 19/05/2026 um 13:05 von der Redaktion

Katharina Wackernagel ZDF-Star spricht über Liebe zu jüngeren Männern

Seit über drei Jahrzehnten steht Katharina Wackernagel vor der Kamera – und ihr aktuelles ZDF-Projekt rückt eine Frage in den Fokus, die viele beschäftigt: Wie steht es wirklich um Frauenrollen in Film und Fernsehen ab Mitte Vierzig?

Mit 47 Jahren blickt Katharina Wackernagel auf eine beeindruckende Karriere zurück: Ob als Kommissarin Nina Petersen im Dauerbrenner „Stralsund“, im Kinohit „Der Baader Meinhof Komplex“ oder in legendären Tatort-Episoden – ihr Gesicht ist in der deutschen Filmwelt fest verankert. Aktuell ist ihr ZDF-Film „Zwei am Zug“ in der Mediathek verfügbar, in dem sie nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch ein wichtiges Thema anspricht: die Sichtbarkeit und die Chancen von Frauen ab 40 in der Filmbranche.

ZDF-Star mit klarer Ansage: Frauen ab 40 kämpfen weiter um Sichtbarkeit

Im Gespräch mit t-online spricht Katharina Wackernagel offen über den immer noch vorhandenen Ungleichstand in ihrem Beruf.

„Frauen über 40 haben nicht die gleichen Chancen und auch nicht dieselbe Auftragslage wie Männer“, lautet ihr eindeutiges Fazit.

Das spürt sie aus eigener Erfahrung seit über 30 Jahren. Laut ihr bedienen viele Drehbücher nach wie vor veraltete Klischees:

„Es werden immer noch zu viele, eigentlich schon überholte Klischees in den Drehbüchern bedient.“

Für Wackernagel ist es Zeit für einen Wandel, den sie auch selbst mit ihrer aktuellen Rolle in „Zwei am Zug“ vorantreibt.

Mut zur Selbstverwirklichung und Liebe ohne Altersgrenzen

Im zentrales Werk des Films verkörpert Katharina Wackernagel Sandra, eine Frau um die vierzig, die ihr Leben komplett neu gestaltet.

„Die Frau, die ich in diesem Film spiele, stellt mit Mitte vierzig ihr Leben auf den Kopf und erfüllt sich einen Traum“, beschreibt sie die Handlung.

Besonders spannend wird dabei die Liebesgeschichte: Sandra verliebt sich in Otis, gespielt von Rick Okon, der deutlich jünger ist. Während ihr realer Altersunterschied rund zehn Jahre beträgt, wird die Differenz im Film noch deutlicher inszeniert. Wackernagel sieht darin keine Hürde:

„Selbstverständlich! Ich fühle mich ja selbst viel jünger, als ich bin.“

Sie hofft damit, dass der Film vielen Menschen Mut macht, unabhängig vom Alter ihren Träumen zu folgen:

„Mir gefällt diese Vorstellung und ich hoffe, dass der Film vielen Menschen Mut macht, ihren Träumen zu folgen. Egal, wie alt sie sind!“

Starke Kollegialität und Hoffnung auf Wandel

Zum jüngeren Kollegen Rick Okon hat Wackernagel nur lobende Worte parat:

„Rick ist definitiv einer der tollsten Kollegen, mit denen ich gearbeitet habe.“

Dabei zählt für sie nicht allein das Talent, sondern auch die menschliche Seite:

„Ein super Schauspieler und ein so aufmerksamer, liebenswerter Mensch. Ich hoffe sehr, dass wir noch mal zusammenarbeiten können!“

Im gesamten Interview zeigt die Schauspielerin, dass sie nicht nur für sich selbst kämpft, sondern auch für mehr Vielfalt und Abkehr von veralteten Konventionen in der Filmwelt. Ihr ist wichtig, dass das Thema Chancen für Frauen ab 40 endlich die nötige Aufmerksamkeit erhält und ein Umdenken stattfindet, das jenseits von Klischees echte Rollenvielfalt ermöglicht.

Über die Jahrzehnte hat sich Wackernagel als feste Größe etabliert und steht beispielhaft für viele Frauen, die in der Branche oft übersehen werden. Gerade deshalb wirkt ihre Stimme besonders kraftvoll. Ihr Appell ist klar: Es braucht mehr mutige Geschichten, die zeigen, dass das Alter nicht bremsen darf – weder im Leben noch im Beruf oder in der Liebe.

Wie begegnet die Branche diesem Ruf? Die Diskussion um altersgerechte Rollen und authentische Figuren ist längst in vollem Gange und wird von immer mehr Akteurinnen und Akteuren aufgegriffen. Doch Wackernagel erlebt persönlich, dass besonders Frauen in ihrem Alter oft mit festgefahrenen Vorstellungen kämpfen müssen. Ihr Engagement für neue Perspektiven macht „Zwei am Zug“ zu einem kleinen Hoffnungsträger, der zeigt, wie Filmgeschichten sich verändern können.

Kann sie auf die Unterstützung der Branche zählen? Wackernagels positive Zusammenarbeit mit KollegInnen wie Rick Okon sowie ihr Durchhaltevermögen sprechen für sich. Vielleicht ist genau das die Mischung, die langfristig auch altersunabhängig gute Rollen und Chancen hervorbringt. Ihre Karriere beweist, dass man sich nie mit zu engen Grenzen abfinden darf – und sie fordert andere dazu auf, es ihr gleichzutun.

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Verwendete Quelle:

ZDF-Star: "Frauen über vierzig haben nicht die gleichen Chancen"