„Wir wollen, dass die Menschen es wissen“ : Robert Carradine aus „Lizzie McGuire“ ist gestorben

Hollywood trauert um Robert Carradine, der als Vaterfigur aus „Lizzie McGuire“ sowie aus „Revenge of the Nerds“ bekannt wurde. Sein Tod bewegt nicht nur die Familie, sondern auch viele Fans und Weggefährten.

„Wir wollen, dass die Menschen es wissen“ : Robert Carradine aus „Lizzie McGuire“ ist gestorben
© @therobertcarradine
„Wir wollen, dass die Menschen es wissen“ : Robert Carradine aus „Lizzie McGuire“ ist gestorben
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Eine Nachricht, die bewegt: Robert Carradine, vielen als Sam McGuire aus der Disney-Serie an der Seite von Hilary Duff bekannt, ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Hinter diesem Verlust steckt ein schwerer Kampf. Laut seiner Familie hat der Schauspieler nach jahrzehntelangem Ringen mit einer bipolaren Erkrankung selbstbestimmt Abschied genommen. Die Anteilnahme in der Branche ist groß, und auch Wegbegleiter aus der „Lizzie McGuire“-Familie finden offene Worte zur Trauer und zum Vermächtnis des Schauspielers.

Eine Karriere zwischen Kult und Kultstatus

Geboren 1954, wuchs Robert Carradine in einer bekannten Künstlerfamilie auf. Als jüngster Sohn von John Carradine stand für ihn früh fest: Die Schauspielerei wird seine Welt. Schon 1972 gab er neben John Wayne in „The Cowboys“ sein Leinwanddebüt. In Hollywood etablierte er sich mit Rollen in „Coming Home“, Martin Scorseses „Mean Streets“ oder dem Western „The Long Riders“, in dem er gemeinsam mit seinen Brüdern David und Keith auftauchte.

Den Durchbruch brachte allerdings eine ganz andere Rolle. 1984 wurde Carradine als Lewis Skolnick in „Revenge of the Nerds“ weltweit berühmt. Der schräge Campus-Held entwickelte sich zum Kultcharakter und bescherte ihm zahlreiche Fortsetzungen. Für viele Fans bleibt aber besonders seine Zeit als Sam McGuire unvergessen: Von 2001 bis 2004 spielte er den Vater von Lizzie in der erfolgreichen Disney-Serie. Insgesamt 65 Folgen lang stand er als verständnisvoller Familienvater an der Seite von Hilary Duff und Jake Thomas vor der Kamera. Auch später blieb Carradine dem Film treu: Neben Auftritten in „Escape from L.A.“, „The Big Red One“ und „Body Bags“ tauchte er sogar in Quentin Tarantinos „Django Unchained“ in einem Gastauftritt auf.

Seine Vielseitigkeit als Schauspieler zeigte sich nicht nur auf der Leinwand, sondern ebenso auf der Bühne und im Fernsehen, wobei ihn seine Kolleginnen und Kollegen stets als kollegial und großzügig beschrieben. Die Zusammenarbeit mit seinen Brüdern David und Keith war ihm dabei stets ein wichtiges Anliegen und zeugte von seiner tiefen Verbundenheit zur Familie und zur Schauspielkunst.

Familiäre Bande, Verluste und ein schwerer Weg

Privat fand Carradine mit Schauspielerin Susan Snyder sein Glück und wurde Vater von Ever Carradine, die heute ebenfalls als Schauspielerin erfolgreich ist. Mit Edith Mani bekam er zwei weitere Kinder. 25 Jahre dauerte diese Ehe, bis zur Trennung. Die Familie Carradine musste in den vergangenen Jahren tiefe Einschnitte verkraften. Der Tod seines Halbbruders David Carradine im Jahr 2009 erschütterte Robert besonders und wirkte, wie später berichtet wurde, noch lange nach.

In einem gemeinsamen Statement beschrieb die Familie ihn als „Licht für alle um ihn herum“ und sprach von einem „unfassbaren Verlust“. Keith Carradine ging noch einen Schritt weiter:

„Wir wollen, dass die Menschen es wissen, und es gibt keine Scham darin“, sagte er bezüglich des offenen Umganges mit psychischen Erkrankungen.

Mit Blick auf Roberts Persönlichkeit bleibt laut seinem Bruder besonders die „wunderschöne Seele“ unvergessen.

Hilary Duff, die mit ihm als TV-Tochter drehte, sagte sichtlich getroffen: „Das tut weh“ und fand schwer Worte:

„Sehr schwer, diese Realität über einen alten Freund zu akzeptieren.“

Dankbar fügte sie an:

„Ich bin für immer dankbar dafür.“

Auch andere Wegbegleiter hoben seine offene und ehrliche Art hervor sowie den Mut, mit persönlichen Schwierigkeiten nicht hinter dem Berg zu halten. Dass die Familie so offen mit der Geschichte umgeht, ist für viele in Hollywood ein bedeutsames Signal, wie Diversität und psychische Gesundheit in der Branche thematisiert werden können.

Hollywood, Hilfe und eine wichtige Botschaft

Die Anteilnahme kam nicht nur von der Familie. Auch Jake Thomas, der am Set seinen Serien-Sohn spielte, nimmt Abschied und beschreibt seinen Serien-Vater als:

„einen der coolsten Typen, die man je treffen konnte“.

Er betonte:

„Mehr als alles andere war er Familie.“

Der Zusammenhalt am Set wurde auch durch Roberts Humor und Unterstützung für junge Schauspieler geprägt. Kollegialität, Wertschätzung und die Fähigkeit, andere zu motivieren – all das machte ihn bei der Arbeit und im Privatleben gleichermaßen beliebt.

Die Familie Carradine nutzt die Gelegenheit, um auf den oftmals tabuisierten Umgang mit psychischen Erkrankungen hinzuweisen. Im Statement forderten sie mehr Verständnis und Akzeptanz: Niemand müsse sich dafür schämen, Hilfe zu suchen oder darüber zu sprechen. Medien wie The Guardian und Variety greifen diesen Appell dankbar auf. Keith Carradines Wunsch ist klar: Offenheit, Unterstützung und der Mut, über seelische Leiden zu reden, dürfen keine Ausnahme sein.

Zahlreiche Fans weltweit reagieren betroffen auf die Nachricht, viele posten Erinnerungen und Danksagungen in den sozialen Netzwerken. Das Vermächtnis Robert Carradines bleibt somit präsent – als Künstler, als Kollege und als Mensch mit all seinen Licht- und Schattenseiten.

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