Norwegen trauert: „Norwegen hat eine unvergessliche und hochgeschätzte Prinzessin verloren“
Mit dem Tod von Prinzessin Astrid endet ein prägendes Kapitel in Norwegens Königshaus. Wie erlebte die Nation und ganz Europa diesen Verlust und wofür stand Astrid zeit ihres Lebens?
Die Nachricht traf Norwegen wenige Tage nach einem ohnehin historischen Ereignis: Nur zwei Tage nach dem Staatsbegräbnis ihres Bruders, König Harald, ist Prinzessin Astrid im Alter von 94 Jahren am 11. September 2026 verstorben. Besonders bewegend: Erst am 9. September erwies sie ihrem Bruder auf dessen letzter Reise die Ehre, sprach mit internationalen Königshäusern und Verantwortungsträgern bei den Zeremonien. Nun steht das norwegische Königshaus—und mit ihm viele Weggefährten aus Politik, Gesellschaft und sogar anderen Königshäusern—vor einem doppelten Abschied.
Trauer in ganz Norwegen: Anteilnahme von Politik und Adel
Der Tod von Astrid löste in ganz Norwegen und darüber hinaus große Bestürzung aus. Der norwegische Premierminister Jonas Gahr Støre brachte es auf den Punkt:
„Ich werde Prinzessin Astrid als eine kompetente, engagierte und einsatzbereite Vertreterin des Königshauses bis zum Schluss in Erinnerung behalten.“
Seine Worte spiegelten die Stimmung im Land. Er erinnerte dabei ausdrücklich an die Rolle Astrids bei den Trauerfeierlichkeiten für König Harald und betonte:
„Meine Gedanken und mein Mitgefühl gelten ihrer engsten Familie sowie der Königsfamilie, die ein geliebtes Familienmitglied verloren hat.“
Auch das norwegische Parlament (Storting) gedachte Astrid mit bewegenden Worten. So sagte Parlamentspräsident Masud Gharahkhani:
„Das Storting hat die Nachricht vom Tod von Prinzessin Astrid mit großer Trauer aufgenommen. Prinzessin Astrid hat über viele Jahrzehnte hinweg an der Seite von drei Königen einen einzigartigen Einsatz für Norwegen und für die Königsfamilie geleistet. Dieser Einsatz dauerte bis zum Schluss an. Ihr Wirken für die Königsfamilie und für Norwegen war umfassender und langwieriger, als sie es wohl in ihrer Jugend vorausgesehen hatte.“
Königshäuser und Gesellschaft: „Wir erinnern uns voller Wärme“
Die Anteilnahme reichte weit über die Landesgrenzen hinaus. Auch Schwedens König Carl Gustaf und Königin Silvia äußerten ihre Betroffenheit:
„Die Königin und ich haben die Nachricht vom Tod von Prinzessin Astrid, Frau Ferner, mit Trauer aufgenommen. Erst vor wenigen Tagen hatten wir Gelegenheit, Prinzessin Astrid im Kontext der Beisetzung von König Harald zu treffen und mit ihr zu sprechen – eine Begegnung, die wir sehr geschätzt haben. Wir erinnern uns voller Wärme an Prinzessin Astrid und sprechen den Kindern der Prinzessin und ihren Familien sowie der gesamten norwegischen Königsfamilie in dieser schweren und schmerzvollen Zeit unser Beileid aus.“
Die Präsidentin der Progress Party, Sylvi Listhaug, würdigte Astrid als „eine wichtige Stütze sowohl für ihren Vater König Olav als auch für ihren Bruder König Harald und für Königin Sonja.“ Auch Vertreter des öffentlichen Lebens wie der ehemalige Minister Bjørn Arild Gram teilten ihre Erinnerungen:
„Mit Trauer und Wehmut nehme ich die Nachricht vom Tod von Prinzessin Astrid entgegen. Sie hat sich ihr ganzes langes Leben lang in beeindruckender Weise für Norwegen und das Königshaus eingesetzt. Dafür sind wir ihr sehr dankbar. Ich werde Prinzessin Astrid vermissen und bin zutiefst dankbar für das, was sie für unser Land getan hat.“
Ein Leben für Engagement, Integration und Menschlichkeit
Prinzessin Astrid war als Ehrenpräsidentin der Sanitetskvinnene bereits seit 1954 aktiv und engagierte sich mit Herzblut für soziale Projekte. Ihr Fokus lag auf der Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenslagen, der Integration Ausgegrenzter sowie dem Schutz von Würde und Gesundheit. “Prinzessin Astrid hat den Sanitätsfrauen über viele Jahre hinweg viel bedeutet. Sie war seit 1954 Schirmherrin. Wir haben sie als aktive und engagierte Schirmherrin erlebt. Unsere herzlichen Gedanken gelten ihrer Familie.” so die Generalsekretärin der Organisation, Kari Helene Partapuoli. Der Vorsitzende der norwegischen Bischofskonferenz, Olav Fykse Tveit, hob Astrids zwölf Schirmherrschaften hervor, die sie mit großem Engagement betreute, und Toril Marie Øie, Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, betonte ihren „festen Platz im gesellschaftlichen Leben Norwegens“. Den wohl eindrücklichsten Abschied formulierte das Storting:
„Norwegen hat eine unvergessliche und hochgeschätzte Prinzessin verloren, doch die Königsfamilie hat ein Familienmitglied verloren. Das Storting spricht der Königsfamilie sein Beileid aus.“
Das norwegische Oberste Gericht ließ aus Respekt die Fahne auf Halbmast setzen—ein Zeichen, wie sehr Astrid in allen Gesellschaftsbereichen verwurzelt war.
Auch Interessant:
Riccardo Staudt: Deutscher Influencer mit 22 Jahren auf Zypern gestorben
Marlene Dietrichs Todesursache: Das stille Ende der deutschen Legende
"Viel zu früh, lieber Andi": Katy Karrenbauer trauert um Andreas Hoppe
Verwendete Quelle:
Prinzessin Astrid (†94): So herzlich fällt die Anteilnahme nach Astrids Tod aus