Benedikt XVI.: Deshalb ist seine Grabstelle ganz besonders

Emeritierte Päpste sind eigentlich nicht vorgesehen. Insofern ist der Tod von Benedikt XVI. fast ein Präzedenzfall für den Vatikan. Und auch die Wahl seiner Grabstelle ist überraschend.

Benedikt XVI.: Deshalb ist seine Grabstelle ganz besonders
© Mondadori Portfolio / Kontributor@Getty Images
Benedikt XVI.: Deshalb ist seine Grabstelle ganz besonders

Für die Millionen Katholik:innen weltweit ist der Abschied von einem Papst immer etwas sehr Bewegendes. Normalerweise sind die Zeremonien streng festgelegt, allerdings ist das Ableben eines freiwillig abgetretenen Papstes quasi Neuland für den Vatikan. So auch bei Benedikt XVI.

Lange Zeit war nicht bekannt, wie des im Alter von 95 Jahren Verstorbenen aussehen würde. Nur die Grabstelle war stets klar. Diese hatte sich Benedikt XVI. bereits vor Jahren ausgesucht, wie msn.com zu berichten weiß. Tatsächlich handelt es sich um eine wirklich besondere Grabstelle in den Gewölben unter dem Petersdom.

Grabstelle mit Geschichte

Nach einer eher stillen Trauerfeier, so merkur.de, wurde Benedikt XVI. beigesetzt – im ehemaligen Grab seines Vorgängers Papst Johannes Paul II. Es handelt sich um eine eher schlichte, modern gestaltete Ruhestätte in einer Art Kapelle in den Vatikanischen Grotten.

Dennoch ist es nicht ‚irgendein‘ Grab. Diese Ruhestätte befindet sich gleich neben dem vermuteten Grab des Apostels Petrus und wurde schon von 160 Päpsten zuvor als letzte Ruhestätte gewählt. Diesem Begräbnisplatz wird eine ganz spezielle Eigenschaft zugesprochen.

'Pole Position' für die Seligsprechung?

Die im Vergleich mit den anderen sich hier in den Grotten befindlichen pompösen Sarkophagen aus Marmor eher bescheiden wirkende Grabstelle, gilt als ‚Fahrstuhlgrab‘ oder ‚Katapultgrab‘. So die scherzhafte Bezeichnung dafür im Kreis der Vaticanisti.

Dies hängt damit zusammen, dass Päpste, die seliggesprochen werden, nach oben in den Petersdom verlegt werden. Der letzte Papst, der diese Grabstätte nutzte, war Johannes Paul II. Er wurde sogar nach Vatikan-Kriterien ausgesprochen schnell heiliggespochen. Durch diese Ehre machte er wiederum den Platz frei für Benedikt XVI. – mit Perspektive für mehr.

Gerüchteküche: Der ‚Fahrstuhl‘ ist stillgelegt

Im Vatikan wird gemunkelt, dass der amtierende Papst Franziskusinzwischendie Tradition des ‚Fahrstuhlgrabs‘für seliggesprochene Päpste außer Kraft gesetzt habe. Nicht aus theologischen Bedenken, sondern aus Platzgründen.

Grund dafür: Der Petersdom hat zwar das längste Kirchenschiff der Welt mit 186 Metern, aber auch hier ist der noch freie Platz zwischen Säulen und Altären begrenzt. Trotzdem steht einer Seligsprechung von Benedikt XVI. prinzipiell nichts im Weg.

Ein gutes Omen

Die Gläubigen halten es jedenfalls für ein gutes Zeichen, dass Benedikt XVI. dieses Grab zu seiner Ruhestätte auserkoren hat. So besteht die Hoffnung, dass auch er schnell seliggesprochen wird. Ich glaube, dass es in die richtige Richtung gehen wird. Diese sagte der ehemalige Privatsekretär des emeritierten Papstes, Georg Gänswein,Journalisten gegenüber.

Verwendete Quellen:

Msn.com: Das Grab von Benedikt XVI. hat eine besondere Geschichte

Merkur.de: Benedikt im Stillen beigesetzt: Franziskus verbeugt sich vor dem Sarg - Bischof bremst bei "Santo subito"

Seine letzten Worte: Benedikt XVI legt klares Bekenntnis ab Seine letzten Worte: Benedikt XVI legt klares Bekenntnis ab