Prinz Harry wieder vor Gericht: In London verklagt er Zeitungen

In London sorgt ein spektakulärer Gerichtsprozess für Schlagzeilen: Prinz Harry und mehrere andere Prominente fordern Gerechtigkeit und setzen sich gegen die britische Boulevardpresse zur Wehr. Die Vorwürfe wiegen schwer – es geht um jahrelange Verletzungen der Privatsphäre durch mutmaßlich illegale Methoden. Wie brisant ist das Verfahren wirklich, und welche Folgen könnte das Urteil für Medien und Prominente in Großbritannien haben?

Prinz Harry
© @Neil Mockford
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Harry & Meghans Liebesgeschichte in Bildern

Der Streit um Privatsphäre und Pressefreiheit hat in London eine neue Dimension erreicht. Prinz Harry steht wieder im Rampenlicht des High Court und geht gemeinsam mit anderen Promis gegen bekannte Boulevardzeitungen vor. Was steckt hinter diesem aufsehenerregenden Prozess, und wie fühlt sich Harry nach dem ersten Tag im Gerichtssaal?

Prinz Harry gegen britische Boulevardzeitungen im High Court

Schon seit Jahren kämpft Prinz Harry für den Schutz seiner Privatsphäre – jetzt will er in London Klarheit schaffen. Zusammen mit sechs anderen Prominenten, darunter Elton John und Elizabeth Hurley, verklagt er die Associated Newspapers Ltd., Herausgeberin des Daily Mail und Mail on Sunday. Der Vorwurf: Über viele Jahre sollen Redakteure und Detektive systematisch mit illegalen Methoden Informationen über Harry und die Mitkläger gesammelt haben. Mikrofone an Autos, Abhören von Telefonaten oder das Beschaffen von vertraulichen Dokumenten – diese Methoden stehen im Raum.

Der Hintergrund geht weit zurück: Bereits 2022 begann eine Promi-Gruppe mit rechtlichen Schritten, nachdem zahlreiche Verstöße gegen ihre Privatsphäre bekannt wurden. Prinz Harry, der sich laut Berichten seit Jahren von Boulevardjournalisten bedrängt fühlt, sieht in den Übergriffen einen Grund für schwere Folgen – vom Tod seiner Mutter, Prinzessin Diana, bis zum Rückzug aus der Royal Family. Er selbst sagte dazu mehrfach, dass die Medien „eine erhebliche Mitverantwortung“ trügen.

Das aktuelle Verfahren umfasst Vorwürfe im Zeitraum von 1993 bis 2018, betrifft mehr als zehn Prominente und beschäftigt die Gerichte für gleich neun Wochen. Kein Wunder, dass der Prozess laut Telegraph mit rund 45 Millionen Euro veranschlagt wird.

Psychischer Druck, Millionenklage und widersprüchliche Zeugen

Der Auftakt im Londoner High Court war spektakulär: Harry und sein prominenter Freundeskreis erschienen persönlich oder über ihre Anwälte im Saal. Harry, der zu zwölf Artikeln Stellung beziehen muss, zeigte sich laut dem Medium People nach dem ersten Prozesstag zuversichtlich: Bien, très bien, kommentierte er knapp. Sein Anwalt David Sherborne argumentierte, der Verlag habe „wiederholt und systematisch illegal gehandelt, indem er Privatdetektive anheuerte, um unrechtmäßig Daten zu beschaffen“.

Nach Angaben des Gerichts wurden unter anderem medizinische Unterlagen „unter falscher Identität“ angefordert, Telefonate abgehört und persönliche Akten gestohlen. Die Auswirkungen? Harry beschreibt, dass solche Praktiken ihn „paranoid bis zur Unkenntlichkeit“ gemacht haben. Auch Elton John wirft den Journalisten vor, sogar seine eigene Geburtsurkunde entwendet zu haben.

Der Verlag, Associated Newspapers Ltd., will von alledem nichts wissen und bezeichnet die Vorwürfe als „grotesk und sensationslüstern“. Doch die Promis betonen: Die Eindringlinge hätten nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben von Familie und Freunden massiv belastet. Die juristischen Forderungen sind entsprechend hoch – psychischer Schaden, Datenschutzverletzung und Schmerzensgeld stehen im Raum.

Auch der Detektiv Gavin Burrows spielt eine Rolle, denn seine widersprüchlichen Aussagen während der ersten Sitzungen könnten den Prozessverlauf maßgeblich beeinflussen. Ob sich die Fronten verhärten oder eine überraschende Wende ansteht, bleibt spannend.

Rekordverdächtige Prozesse, prominente Zeugen und mögliche Präzedenzfälle

Bereits 2023 hatte Prinz Harry Rechtsgeschichte geschrieben, als er gegen Mirror Group Newspapers erfolgreich klagte und als allererster Royal seit über 130 Jahren als Zeuge vor Gericht aussagte. Damals erhielt er eine Entschädigung von 140.600 Pfund. Auch mit dem Medienkonzern NGN von Rupert Murdoch erzielte Harry eine außergerichtliche Einigung.

Dieses Mal kündigt sein Anwalt „unumstößliche Beweise“ an – sogar die Vernichtung ganzer Akten steht im Raum. Während die Mediengruppe die Vorwürfe weiterhin ablehnt, werden in den kommenden Wochen noch weitere Promis vor dem Gericht erscheinen: Elton John, Elizabeth Hurley und David Furnish stehen schon in den Startlöchern.

Die ganze Sache könnte britische Mediengeschichte schreiben: Wird das Urteil über Rechte an Datenschutz und Privatsphäre neue Maßstäbe setzen? Oder setzt sich die Pressefreiheit über alles hinweg?

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