Prinz Harry gesteht seine Flucht in Alkohol und Drogen nach Dianas Tod

Prinz Harry gesteht, wie er den Schmerz nach dem Tod seiner Mutter mit Alkohol und Drogen betäubt hat.

Prinz Harry: Seine Flucht in den Alkohol nach Dianas Tod
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Mit Oprah Winfrey spricht der Herzog von Sussex kürzlich ganz intim in der Doku The Me You Can’t See über seine mentalen Leiden nach dem Tod seiner Mutter, Lady Diana und wie er versucht hat, den Schmerz zu betäuben.

Kindheitstrauma nach dem Tod seiner Mutter

Harrys Mutter Diana stirbt 1997 bei einem tragischen Autounfall in Paris. Über dessen Hergang und Ursache noch heute viel spekuliert wird. Die Beerdigung der Prinzessin der Herzen findet nur neun Tage vor Harrys dreizehntem Geburtstag statt.

Dabei entsteht das berühmte Bild von Prinz Harry, Prinz William und Prinz Charles, wie sie gemeinsam hinter Lady Dianas Sarg herlaufen. Harry ist vor allem das Klackern der Hufe auf dem Asphalt in Erinnerung geblieben, wie er schildert, und weiter erklärt er:

Es war, als befände ich mich außerhalb meines Körpers und würde einfach nur mitlaufen, weil es von mir erwartet wurde. Ich zeigte nur ein Zehntel der Emotionen, die alle anderen zeigten: Das war meine Mutter – ich würde sie nie wiedersehen.

Er betäubt seine Gefühle mit Alkohol und Drogen

In dem Gespräch mit der US-Moderatorin gesteht der Prinz, dass er im Alter von 28–32 eine besonders schwere Zeit durchmacht, in der er unter schweren Angststörungen und Panikattacken leidet. Und er erklärt, dass er psychisch vollkommen "durcheinander war":

Jedes Mal, wenn ich einen Anzug und eine Krawatte anzog ... Wenn ich die Rolle spielen, und gute Miene machen musste, in den Spiegel gucken und mir sagen musste 'Los geht’s' ... dann war ich, schon bevor ich das Haus verlassen habe, schweiß gebadet. Ich war entweder im Kampf- oder im Fluchtmodus.

Und Prinz Harry geht sogar weiter und gesteht, dass er damals versucht, seine Gefühle mit Alkohol und Drogen zu betäuben:

Ich war bereit, zu trinken, ich war bereit, Drogen zu nehmen. Ich war bereit, Dinge zu tun, die mir halfen, weniger von dem zu fühlen, was ich fühlte. Doch langsam wurde mir bewusst, dass ich zwar nicht von Montag bis Freitag durchtrank, aber wahrscheinlich an einem Freitag- oder Samstagabend Alkohol für eine ganz Woche trank. Und ich trank nicht, weil ich es genoss, sondern weil ich damit etwas übertünchen wollte.

Meghan rät ihm zu einer Therapie

Prinz Harry gesteht, dass ihm zu dem Zeitpunkt nicht bewusst war, dass er trank, um etwas zu verdrängen. Doch dann hört er auf den Rat seiner Frau Meghan Markle und sucht einen Therapeuten auf.

Zu Gast bei dem Podcast Armchair Expert kommt Prinz Harry außerdem auf seine Kindheit zu sprechen und er erklärt, dass er festentschlossen ist, den "Kreislauf des Schmerzes", von dem seine Familie betroffen ist, zu brechen, um seinen Kindern das bestmögliche Leben zu ermöglichen.

Dabei stößt er insbesondere seinen Vater Prinz Charles vor den Kopf und berichtet, wie wenig Unterstützung er von seiner Familie erhalten hat. Sie raten ihm damals "einfach das Spiel zu spielen und das Leben würde einfacher". Das kommt für Harry allerdings nicht in Frage:

Aber ich trage verdammt viel von meiner Mutter in mir. Obwohl ich außerhalb des Systems bin, fühlt es sich an, als sei ich noch immer darin gefangen. Der einzige Weg, sich selbst zu befreien und auszubrechen, ist, die Wahrheit zu sagen.

TV-Doku mit Message

The Me You Can’t See ist eine Apple-TV-Serie von Prinz Harry und Oprah Winfrey, in der sie das Thema Mentale Gesundheit beleuchten. Die ersten drei Folgen der Serie beschäftigen sich mit Harrys traumatischen Kindheitserfahrungen, was von vielen scharf kritisiert wird, sowie den heftigen Anfeindungen, die er und Meghan in den letzten Jahren erfahren haben.