"Tagesschau"-Urgestein Dagmar Berghoff bemängelt Bezahlung

Einige Moderator:innen haben in der Vergangenheit die Öffentlich-Rechtlichen verlassen und sind zu den Privaten abgewandert. Spielt dabei nur die Bezahlung eine Rolle?

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Auch wenn die "Tagesschau" zu den Top-Sendungen der deutschen Fernseh-Landschaft zählt, sieht es mit der Entlohnung offenbar mau aus. Private Sender wie RTL oder SAT1 sind wohl bereit, ihren Sprecher:innen wesentlich mehr zu bezahlen.

Dagmar Berghoff: "Das ist gar kein Vergleich!"

Sie war die erste Frau, die Nachrichten bei der "Tagesschau" sprechen durfte. Wie der Tagesspiegel berichtet, ist damals bei Berghoff sogar noch ein Mann im Studio anwesend, um ihre Arbeit zu überwachen und "um einzuspringen, falls ich als erste Frau der 'Tagesschau' zusammenbrechen sollte oder nicht weiterreden könnte."

Dies ist in heutiger Zeit undenkbar – denkbar mies soll allerdings die Bezahlung der meist freien Mitarbeiter:innen sein. Die 80-jährige Berghoff wird vom Tagesspiegel wie folgt zitiert:

RTL und Sat1 zahlen natürlich viel mehr als die ARD, das ist gar kein Vergleich. Wenn man überlegt, dass man für eine 20-Uhr-Ausgabe 257,35 Euro bekommt, ist das schon wenig Geld.

Große Namen moderieren jetzt woanders

Die Öffentlich-Rechtlichen haben in der Vergangenheit laut Tagesspiegel einen großen Aderlass zu beklagen. Viele große Namen sind zu Privatsendern gegangen. Pinar Atalay und Jan Hofer kann man inzwischen bei RTL sehen, Linda Zervakis moderiert jetzt zusammen mit Matthias Opdenhövel bei ProSieben.

Und auch wenn man die von Dagmar Berghoff angegebene Zahl für den Sprecher:innen-Lohn etwas nach oben korrigieren muss – inzwischen liegt der Satz für einmal "Tagesschau" bei 274,39 Euro – bleibt die Frage, ob das genug ist.

Wie Deutschlandfunk berichtet, spielt für junge Journalisten neben dem Gehalt auch die Attraktivität des Arbeitgebers eine Rolle. Und die der öffentlich-rechtlichen Sender hat diesbezüglich offenbar wenig zu bieten. In früheren Jahren haben viele Öffentlich-Rechtliche eine Flut von Bewerbungen gehabt, doch diese Anzahl ist inzwischen um bis zu 50 Prozent reduziert.

Verwendete Quellen:
Tagesspiegel: "Verdienst der Nachrichtensprecher"
Deutschlandfunk: "Nicht attraktiv genug für junge Journalisten?"

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