Wegen Manipulation und Betrug: BBC zahlt "Schuldgeld" für Diana-Interview

Im Mai hat die BBC zugegeben, dass das Panorama-Interview mit Lady Diana nur durch unlautere Mittel zustande gekommen ist. Jetzt zahlt der Sender ein Schmerzensgeld an ihre Söhne.

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Kaum ein Interview hatte so weitreichende Konsequenzen wie das skandalträchtige BBC-Interview von Lady Diana 1995. Darin spricht sie über Eheprobleme, Essstörungen und Depressionen. Die Folge: Die Queen fordert Charles und Diana zur Scheidung auf, Diana verliert ihren Status als "Königliche Hoheit" und ihren Personenschutz.

Das Geld soll gespendet werden

Der eigentliche Skandal kommt aber erst 26 Jahre später ans Licht. Journalist Martin Bashir, der das Interview mit der Prinzessin geführt hat, soll sich das Gespräch durch Manipulation und gefälschte Dokumente erschlichen haben. Nach einer langen internen Untersuchung gibt die BBC im Mai den Betrug zu. Mail on Sunday berichtet, dass der Sender jetzt ein "Schuldgeld", also Schmerzensgeld in Höhe von 1,76 Millionen Euro an die Prinzen William und Harry zahlen will.

Die Summe ist dabei kein Zufall. Es handelt sich exakt um den Betrag, den die BBC durch den Verkauf der weltweiten Rechte für das Interview kassierte. Die Söhne Dianas sollen entscheiden, an welche Wohltätigkeitsorganisation der Betrag gespendet werden soll.

"Unsere Mutter hat dadurch ihr Leben verloren"

Dianas Panorama-Interview ging 1995 um die Welt und richtete großen Schaden an  Mathieu Polak@Getty Images

William und Harry zeigten sich im Frühjahr entsetzt über die Ergebnisse der Ermittlungen. Auf Twitter schreibt William:

Das Interview hat zur Verschlechterung der Beziehung meiner Eltern beigetragen und hat seitdem unzählige andere verletzt. Ich bin der Ansicht, dass die betrügerische Art und Weise, in der das Interview zustande kam, einen wesentlichen Einfluss auf das hatte, was meine Mutter sagte. Es ist unbeschreiblich zu wissen, dass die Misserfolge der BBC erheblich zu ihrer Angst, Paranoia und Isolation beigetragen haben, an die ich mich aus den letzten Jahren mit ihr erinnere.

Auch Harry meldet sich zu Wort und kritisiert die "unethischen Praktiken" der britischen Medien. "Unsere Mutter hat dadurch ihr Leben verloren und nichts hat sich geändert", erklärt der Prinz in einem Statement.

Charles Spencer zeigt Bashir zweimal bei der Polizei an

Einer, der von Anfang an gegen das Interview und die BBC vorgegangen ist, ist Dianas Bruder Charles Spencer. Er war es auch, an den sich Bashir damals gewandt hat und ihn mit gefälschten Kontoauszügen dazu gebracht hat, Diana zu dem Interview zu überreden. Zweimal hat Spencer ihn deshalb sogar bei der Polizei angezeigt, jedoch ohne Erfolg. Wenigstens für ihn ist es ein kleiner Erfolg zu sehen, dass er all die Jahre mit seinen Vermutungen recht gehabt hat.