Was geschieht in England, wenn Queen Elizabeth II. eines Tages stirbt?

Was geschieht in England, wenn Queen Elizabeth II. eines Tages stirbt?

Königin Elizabeth II. ist 92 Jahre alt und noch bei bester Gesundheit. Doch auch die Monarchin ist nicht unsterblich. Eines Tages wird mit ihrem Ableben zu rechnen sein. Für diesen Fall der Fälle ist schon ein strenges Protokoll vorgesehen. Wir verraten euch hier, was in England geschieht, wenn die Queen eines Tages stirbt.

Am Todestag der Königin von England wird ihr Privatsekretär einer Reihe von Abgesandten die traurige Nachricht überbringen müssen. Bevor es dazu kommt, die Öffentlichkeit zu informieren, wird die Mitteilung erst einmal hinter den Kulissen weitergegeben, um den im Voraus genau geregelten Ablauf der Ereignisse zu gewährleisten. Bis zur Trauerzeremonie und dem Begräbnis der Queen am zehnten Tag nach ihrem Ableben ist schon alles genau geplant und vorgesehen. Die Presse wie die Times soll sogar schon mehrere mögliche Titelseiten vorbereitet haben, um das weltweit einen Schock auslösende Ereignis abzudecken. 

Das Prestige muss aufrecht erhalten bleiben

Schon am Tag danach wird der Nachfolger von Queen Elizabeth II. offiziell verkündet. Das Prestige des Königshauses muss aufrecht erhalten bleiben. Im Prinzip wird ihr Sohn Charles nach ihrer Amtszeit zum König Charles III. ausgerufen werden. Der königlichen Familie bleibt – im Gegensatz zum britischen Volk – nicht viel Zeit zum Trauern.

Es geht darum, politische Interessen zu wahren, denn zu den Aufgaben des Thronfolgers gehört es unter anderem, den Commonwealth of Nations aufrecht zu erhalten, diese lose Verbindung 53 souveräner Staaten, deren Oberhaupt die Queen derzeitig ist. Wenn ihre Rolle auch rein symbolisch und nicht vererbbar ist, so will der Buckingham Palast nach Aussage des Journalisten Sam Knight von The Guardian doch unbedingt, dass Prinz Charles sie als Monarch wieder übernimmt. 

Eine Nachricht, die in Windeseile um die Welt gehen wird

Sir Christopher Geidt, dem Privatsekretär der Queen steht die Aufgabe zu, den amtierenden Premierminister als ersten über eine abhörsichere Telefonleitung vom Ableben der Queen zu informieren. Der Geheimcode für den Fall der Fälle lautet: „London Bridge is down. Ich wiederhole: London Bridge is down (London Bridge ist eingestürzt).“ Anschließend werden auch die ausländischen Regierungen und die Mitglieder des Commonwealth of Nations informiert.

Auch die Medien und die Presse werden vom Verlust des britischen Königshauses erfahren. Die BBC hat heute nicht mehr das Monopol einer solchen Nachricht. Gleichzeitig wird ein Kammerdiener in Trauerkleidung die Todesnachricht an den Toren des Buckingham Palasts anbringen. 

Verschiedene Szenarien für den Ernstfall

Den Umständen entsprechend sind für den Ernstfall verschiedene Szenerien vorgesehen. Sollte Königin Elizabeth II. auf Schloss Balmoral in Schottland versterben, ist ein schottisches Ritual vorgesehen und ihr Leichnam wird mit dem Zug auf dem Landweg überführt. An den Bahnübergängen wird das trauernde Volk Blumen niederlegen können. Verstirbt sie im Ausland, wird ein Jet der Royal Airforce von Norholt aus mit einem dafür vorgesehen Notfall-Sarg an Bord losgeschickt, um den Leichnam nach England zu überführen.

In jedem Fall jedoch wird die Queen im Thronsaal des Buckingham Palasts aufgebahrt werden, wobei ihre Angestellten keinerlei Regung zeigen dürfen.

Wird die traurige Nachricht ihres Ablebens vor sechzehn Uhr bekannt gegeben, werden sofort alle sportlichen Veranstaltungen abgeblasen und bleiben die Theater und Golfplätze des Landes geschlossen.

Der Nachfolger der Queen tritt am Tag danach schon sein Amt an

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Noch am Tag ihres Ablebens wird Charles seine erste Erklärung als Staatsoberhaupt abgeben. Am darauffolgenden Tag, um Punkt elf Uhr, wird er im Saint-James Palast – mit zu diesem Anlass rot verkleidetem Dach – vor versammeltem Rat zum König ernannt, wenn die offizielle Krönung auch erst ein paar Monate später stattfinden wird. Die Royal Standard, die offizielle Flagge des britischen Königshauses, muss immer hoch wehen, während der Union Jack, die britische Nationalflagge, bis zum Ende der Trauerzeit auf Halbmast gesetzt bleibt. Der Genealoge Thomas Woodcock wird zum ersten Mal den Namen Charles III. aussprechen. Anschließend wird der neue Monarch in Edimbourg, Cardiff und Belfast den Würdenträgern begegnen und an den Trauerzeremonien seiner verstorbenen Mutter teilnehmen.

Das Staatsbegräbnis Westminster 

Vier Tage nach ihrem Tod wird der Leichnam der Königin vom Buckingham Palast nach Westminster Hall überführt. Dort wird er weitere vier Tage aufgebahrt bleiben, während ihre Kinder und Enkelkinder sich bei der Totenwache ablösen. Von Westminster Hall kommt der Leichnam zur offiziellen Trauerfeier nach Westminster Abbey.

Am zehnten Tag nach ihrem Ableben werden der verstorbenen Königin die Kronjuwelen abgenommen und gereinigt.

Am Tag ihrer Beerdigung werden die meisten Geschäfte und auch die Börse geschlossen bleiben. Um neun Uhr werden die Glocken von Big Ben abgedämpft läuten. Um elf wird der Sarg nach Westminster Abbey überführt. Dem Trauerzug über die Londoner Prachtstraße The Mall werden mehr als eine Million Menschen folgen. In Westminster Abbey selbst werden 2.000 Menschen zugegen sein. Doch überall in London können die Menschen die Zeremonie über riesige Bildschirme mitverfolgen. Kein Bus wird mehr fahren und es wird komplette Stille herrschen. Es ist zu erwarten, dass dies die meistbesuchte und meistverfolgte Beerdigung der Welt wird. Nach der Trauerzeremonie wird Königin Elizabeth II. wahrscheinlich auf Schloss Windsor in der St. Georges Chapel neben ihrem Vater bestattet.

• Zoe Klaus
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