Prinz Philip: Warum war er nie König?
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Prinz Philip: Warum war er nie König?

Von Pia Karim

Warum war der verstorbene Prinz Philip und Gemahl der Queen nie König, obwohl die Frauen der britischen Monarchen durchaus den Königinnen-Titel tragen? Hier bekommt ihr die Antwort!

Nach Prinz Philips Tod am 09. April hat die Frage nach seinem royalen Titel einmal mehr an Aktualität gewonnen und das zu recht, denn die Antwort ist gar nicht mal so einfach, während die Frage durchaus ihre Berechtigung hat. Also, warum war Prinz Philip nie König, obwohl Kate später einmal Königin werden wird?

Philip Mountbatten: Verlorene und gewonnene Titel

Geboren als Prinz von Griechenland und Dänemark nimmt Prinz Philip später den anglisierten Mädchennamen seiner Mutter an und wird zu Philip Mountbatten.

Um Elizabeth II., die Thronfolgerin der britischen Monarchie, heiraten zu können, muss er seinen griechischen Prinzentitel ablegen und der Kirche von England beitreten. Weg sind all seine royalen Titel.

Doch zum Glück ruft ihn König Georges VI. noch am Tag der Hochzeit mit Elizabeth in den Adelsstand und so wird Philip zum Herzog von Edinburgh, Graf von Merioneth und Baron von Greenwich. Graf, Herzog, Baron ... das macht schon was her, aber es klingt noch nicht so gut wie Prinz und gar König.

Doch als King George 1952, also 5 Jahre nach der Hochzeit von Elizabeth II und Philip, stirbt, wird sie kurz darauf in der Westminster Abbey zur Königin von England gekrönt. Philip bleibt allerdings nur der gewöhnliche Herzog von Edinburgh.

Und als wäre das noch nicht genug, nimmt Elizabeth als Königin nun wieder ihren Mädchennamen Windsor an. Der Herzog bleibt ein Mountbatten und wird der einzige Mann Englands, der seinen Familiennamen nicht an seine Kinder weitergeben kann.

Philip, nicht einmal ein Prinz

Wie kommt es, dass die Frau eines Königs in England zur Königin wird, während der Mann einer Königin ... ein gewöhnlicher Herzog bleibt? Das hängt mit dem britischen Begriff "Prince Consort" zusammen, welches sich von dem lateinischen Wort "Consors" ableitet und im Grunde nichts weiter sagen will, als dass Prinz Philip kein Herrscher ist. Er ist der Prinzgemahl – der Gatte der Königin.

Auch für die Gattin des Königs gibt es eine solch hübsche Betitelung, die sagt: "Du bist die Frau von ... aber du trägst nicht den Rattenschwanz an Verantwortungen, der damit einhergeht". Und dieser Titel lautet "Queen Consort". Umgangssprachlich wird die Frau des Königs daher Queen genannt und Philip eben Prinz Philip.

Dabei hat ihm die Queen den Prinzen-Titel nicht einmal verliehen. Offiziell war Philip bis zu seinem Tod Herzog, Graf und Baron. Nicht mehr und nicht weniger.

Warum war er nie König?

Schuld ist das Protokoll und royale Traditionen: Die Ehemänner einer Königin bekommen keinen Königstitel. Warum? Weil der König in der britischen Monarchie über der Königin steht.

Das heißt, hätte man aus Prinz Philip König Philip gemacht, wäre dieser zum Herrscher geworden und hätte der Queen ihre Rolle weggenommen. Doch immerhin ist der arme Prinz Philip, der eigentlich gar kein Prinz war, mit diesem Schicksal in der britischen Geschichte nicht allein.

Auch George von Dänemark, der Ehemann von Anne Stuart, die von 1707 bis 1714 Königin von England war, ereilt dieses Schicksal. Genau wie Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, der Ehemann von Königin Victoria (1837-1901).

Keine leichten Schicksale für diese gestandenen Männer, ihr Leben lang ihren Frauen dienen zu müssen. Da hat ihnen das gute alte Patriarchat, das den König über die Königin stellt, einen Strich durch die Rechnung gemacht.


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