Wie eine Geheimagentin: Queen war an Sturz einer ausländischen Regierung beteiligt
Wie eine Geheimagentin: Queen war an Sturz einer ausländischen Regierung beteiligt
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Wie eine Geheimagentin: Queen war an Sturz einer ausländischen Regierung beteiligt

Wusstet ihr, dass die Queen eine wichtige Rolle beim Sturz einer ausländischen Regierung gespielt hat? Wir klären euch auf, worum es bei der Geschichte aus den 1950er Jahren geht.

Diese Geschichte klingt ein bisschen nach James Bond und hat mit dem britischen Geheimdienst MI6, für den 007 gearbeitet hat, tatsächlich etwas zu tun. In diesem Politik-Krimi spielt aber nicht Daniel Craig die Hauptrolle als Geheimagent, sondern niemand Geringeres als die Queen! Ob sie wohl auch reizende Bond-Girls an ihrer Seite hatte?

Sturz der Regierung

Aber fangen wir von vorne an, denn diese Story ist ziemlich verworren. Wir befinden uns in dem Jahr 1953, in dem die britische und die US-amerikanischen Behörden einen Sturz des Premierministers in Iran erreichen wollen. Darin involviert sind sowohl der britische Geheimdienst MI6 als auch die US-amerikanische CIA.

Und noch ein Akteur nimmt an diesem Sturz teil: Das Oberhaupt der iranischen royalen Familie (der Schah) ist ebenfalls für den Sturz des Premierministers Mohammad Mossadegh. Weil die Revolution kurz bevorsteht, will der Schah mit seiner Familie aus der Hauptstadt fliehen.

Stabilität des Landes

Für die Stabilität des Landes ist es aber wichtig, dass der Herrscher in der Hauptstadt verbleibt. Dafür soll nun Queen Elizabeth sorgen, wie sich später herausstellen wird - und zwar ohne, dass sie davon weiß!

Der damalige britische Außenminister Anthony Eden befindet sich während der Vorbereitungen zum Putsch auf dem Schiff RMS Queen Elizabeth, von wo aus er ein Telegramm an den US-Geheimdienst sendet. In der Nachricht steht:

Das Außenministerium hat uns heute Nachmittag über den Empfang einer Nachricht von Eden von der Queen Elizabeth informiert, in der Besorgnis über die jüngsten Entwicklungen in Bezug zum Shah und Hoffnung auf eine Möglichkeit ihn zum Bleiben veranlassen zu können, zum Ausdruck gebracht wird.

Ein wichtiges Telegramm

Der US-Diplomat, der das Telegramm bekommt, sieht den Absender: Queen Elizabeth. Was er dabei übersieht, ist, dass das Telegramm nicht von der Queen selbst, sondern lediglich vom Schiff geschickt wurde, das ebenfalls ihren Namen trägt. Und so nimmt das Abenteuer seinen lauf.

Der Diplomat setzt sich mit dem Schah in Verbindung und verrät ihm, dass eine ihm wohlgesonnene Person ihm dazu rät, sich nicht in ein anderes Land abzusetzen. Der Royal ist so von der Nachricht überzeugt, dass er tatsächlich im Land bleibt und damit zum Erfolg der Operation einen großen Teil beiträgt.

Peinliches Missverständnis

Was für ein peinliches Missverständnis, von dem weder die Queen noch der iranische Schah damals etwas mitbekommen haben. Hätte sich die Queen eingemischt, wäre dies sogar verfassungswidrig gewesen! Dennoch ist die Geschichte ans Licht gekommen und wurde von zwei Historikern in der Doku The Queen and The Coup aufgearbeitet. Einer der beiden, Rory Cormac, erzählt dem People Magazine:

Jeder betrachtet den MI6 und die CIA als diese super effektiven, sehr raffinierten, verdeckten Akteure, aber es gibt eben auch ein bisschen Komödie, Farce und falsche Darstellungen.

Was für eine unglaubliche Verwechslung!

Von Pia Karim

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