Rassismus bei Disney? Star-Wars-Star äußert massive Kritik
Rassismus bei Disney? Star-Wars-Star äußert massive Kritik
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Rassismus bei Disney? Star-Wars-Star äußert massive Kritik

"In den Vordergrund gestellt und dann vernachlässigt": In einem Interview mit GQ äußert sich der Schauspieler John Boyega kritisch gegenüber Disney und der Behandlung von Darstellern, die Minderheiten vertreten.

Es wäre untertrieben zu sagen, dass die letzte Star Wars-Trilogie nicht gerade begeistert hat. Auch wenn die drei Filme Disney zwar viel Geld eingebracht haben (wenn auch weniger als erwartet), so waren vor allem die Rückmeldungen niederschmetternd. Die Kritiker waren zwar einigermaßen überzeugt, aber die Meinung der Fans war von Beginn an vernichtend.

Eine schwarze Figur vermarkten, um sie dann in den Hintergrund zu drängen

Sei es nun in Die letzten Jedi oder Der Aufstieg Skywalkers, einige Richtungen, die Disney eingeschlagen hat, haben sichtlich nicht überzeugt. Das geht so weit, dass man den offiziellen Roman zum Film zu Rate ziehen muss, um Antworten auf bestimmte Fragen zu bekommen.

Jetzt, da die Trilogie endgültig abgeschlossen ist, durften wir hoffen, dass sie nicht wieder ins Rampenlicht zurückkehrt. Aber da haben wir die Rechnung ohne einen der Hauptdarsteller der Trilogie gemacht, der in seiner Kritik an Disney kein Blatt vor den Mund nimmt. Disney scheint derweil bereits an der Fortsetzung der intergalaktischen Saga zu arbeiten.

Der britische Schauspieler John Boyega, der in den drei Filmen die Rolle des Finn verkörpert, wurde von GQ zu einem Interview eingeladen, und zeigte sich dabei Disney gegenüber gnadenlos. Er beschuldigt das Unternehmen, "eine schwarze Figur zu vermarkten, als würde sie im Film-Marketing eine tragende Rolle einnehmen, nur um sie dann aufs Abstellgleis zu schieben".

John Boyega berichtet von Morddrohungen

Der Schauspieler wirft dem Unternehmen eine unterschiedliche Behandlung der Darsteller je nach Rolle vor, und meint, er sei nicht das einzige Beispiel:

Sie haben Adam Driver und Daisy Ridley stark nuancierte Rollen gegeben, seien wir ehrlich. Daisy weiß es, Adam wie es. Alle wissen es. Aber wenn es um eine Kelly Marie Tran (Rose) oder einen John Boyega geht, wird das alles hingeschmissen.

Dabei bezieht er sich auf die Tatsache, dass die Figuren Finn und Rose im Verlauf der Trilogie immer mehr in den Hintergrund rücken. Sichtlich sauer lässt es der Darsteller von Finn damit nicht auf sich beruhen.

Rassismus — ein großes Problem bei Disney?

Er verrät einige Anekdoten von dieser Zeit am Set von Star Wars. Zum Beispiel erzählt er, dass sein Friseur beim Dreh offensichtlich keine Erfahrung mit Haaren wie seinen hatte, aber dass er "so tat als ob". Viel schockierender ist aber, dass Boyega behauptet, Opfer von Rassismus gewesen zu sein. In den sozialen Netzwerken erhielt er Nachrichten von Personen, die erklärten, den Film zu boykottieren, weil er darin mitspielte. Schlimmer noch, ihm wurde auch mit Mord gedroht.

John Boyega engagiert sich stark im Kampf gegen Diskriminierung und trat auch auch bei der ersten Black-Lives-Matter-Demo in London auf.

Von Fred Eilig

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