Lady Gaga: Bis heute leidet sie unter ihrer Vergewaltigung

Vergewaltigt, schwanger, psychisch am Boden – in der neuen TV-Doku von Oprah Winfrey und Prinz Harry spricht Lady Gaga über die dunkelste Phase in ihrem Leben.

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In ihrer neuen TV-Doku The Me You Can’t See widmen sich Oprah Winfrey und Prinz Harry dem Thema mentale Gesundheit, das noch immer viel zu wenig Aufmerksamkeit findet, obwohl es in der aktuellen Pandemie vielleicht mehr Aktualität hat denn je.

Neben Prinz Harry selbst, sprechen auch viele Stars in der Show offen und ehrlich über ihre psychische Gesundheit, um für das Thema zu sensibilisieren und es zu enttabuisieren. Unter ihnen auch Lady Gaga, die von einem ganz besonders schweren Trauma geplagt wird.

Schwanger von ihrem Vergewaltiger

In der Doku gesteht die Sängerin, dass sie mit 19 Jahren von ihrem Produzenten missbraucht wurde. Als er sie fordert, sich auszuziehen und sie sich weigert, droht er ihr, all ihre Musiktapes zu zerstören. Dann vergewaltigt er sie und schwängert sie zu allem Übel.

Zuvor hat er sie monatelang in einem Studio festgehalten. Als er mit ihr fertig ist, setzt er sie achtlos in der Nähe ihres Elternhauses ab: "Erst war es sehr schmerzhaft und dann wurde alles taub", gesteht die Sängerin in der Doku. Noch wochenlang sei sie auch physisch krank gewesen, habe sich erbrochen und sei wie ohnmächtig gewesen:

Ich hatte einen totalen psychischen Zusammenbruch und für lange Zeit war ich nicht mehr dasselbe Mädchen. Die Art und Weise, wie ich mich fühlte, wenn ich Schmerzen fühlte, war wie nach der Vergewaltigung. Ich hatte viele MRTs und Scans, wo die Ärzte nichts gefunden haben.

Noch heute leidet sie unter den Folgen

Wie die Schwangerschaft endete, möchte Lady Gaga nicht erzählen. Selbst heute, noch Jahre nach dem Vorfall, wird sie von dem Schmerz und der Abscheu der Vergewaltigung heimgesucht. Sie hat mit Suizid-Gedanken zu kämpfen und dem Verlangen, sich selbst zu verletzen. Als sie 35 ist, wird bei ihr eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert und bitter bringt die Oscar-Gewinnerin ihre ambivalenten Gefühle darüber zum Ausdruck:

Wie erkläre ich den Leuten, dass ich Privilegien, Geld und Macht habe, es mir aber beschissen geht? Ich muss sagen, ich hab's durchgemacht.

Das Ausmaß ihres Leids ist kaum begreifbar, doch Lady Gagas Mut, über ihr schweres Schicksal zu sprechen, hat unmessbaren Wert für alle Menschen, die in ähnlichen Situationen sind und die sich vielleicht mehr Verständnis, Beistand oder Unterstützung wünschen würden.